Pressespiegel

Pressebericht der Lausitzer Rundschau vom 15.11.2010

Gelungene Vielfalt in Elbe-Elster

Herzberg. Vielfalt tut Elbe-Elster gut. Zu diesem Schluss sind die Mitglieder des Netzwerkes gekommen, das dieses Motto mit Taten ausfüllt. Deshalb soll es auch künftig weitergehen, obwohl für die Projekte weniger Fördergeld erwartet wird.
Das Netzwerk existiert nicht nur auf der bunten handgezeichneten Grafik über das Bundesprogramm »Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie«, die am Samstag in der Aula des Oberstufenzentrums alle Blicke auf sich zog. Es ist nach vier Jahren durchwoben mit etwa 60 lokalen Projekten, die durch ihre Kreativität faszinieren.




Bilanz gezogen

Etwa 35 Teilnehmer - Projektträger, Multiplikatoren, Vertreter von Kommunen, Vereinen und Verbänden und der Verwaltung des Landkreises - zählte die ganztägige Konferenz, auf der Bilanz über das bisherige Engagement gezogen wurde. Das Ergebnis überrascht nicht wirklich: Niemand will aufhören. Keiner der Anwesenden jammerte im Wissen, dass es künftig nicht mehr insgesamt 100 000, sondern nur noch 40 000 Euro pro Jahr als Förderung für im Landkreis organisierte Projekte geben wird. Der Lokale Aktionsplan soll bis zum Jahr 2013 fortgeschrieben werden. Der Landkreis wird in wenigen Tagen fristgemäß einen Antrag stellen. Nichts anderes ist denkbar.

»Wir haben etwa 8000 Kinder und Jugendliche einbeziehen können. In Schulen, Jugendklubs, Feuerwehren, Sportgruppen, sozialen Vereinen, im Kreismuseum, in evangelischen Kirchen, in Musikgruppen, bei künstlerisch Interessierten - überall haben sich junge Leute gefunden, die aus unterschiedlicher Motivation heraus bereit waren, sich darin zu versuchen, Toleranz zu zeigen, gewaltfrei aufeinander zuzugehen und sportlich fair gegeneinander anzutreten«, fasst Andrea Müller von der Lokalen Koordinierungsstelle zusammen. Häufig wären anfängliche Skeptiker plötzlich bereit gewesen, auch mehr Verantwortung zu übernehmen. »Letztendlich hatten wir alle - die Organisatoren und die Mitmacher - viel Spaß.« Da waren das Rote Kochstudio im Kraftwerk Plessa, die Hallenfußballturniere von »Jugend mischt mit« in Finsterwalde, die Fair-Play-Fußballnacht in Uebigau. Theaterprojekte, Streetsoccer-Turniere und vieles andere mehr. Auch die Ernsthaftigkeit, mit der Jugendliche auf ältere Generationen zugingen, um zum Beispiel zu erkunden, wie sie früher spielten, lernten und lebten, beeindruckt nachhaltig.

Jedes Projekt, egal ob es 200 000 oder 20 000 Euro Fördermittel beanspruchte, hat Wirkung gezeigt - gegen Rechtsextremismus, gegen rassistisches Gedankengut und Gewaltbereitschaft. Und Integrationsbeauftragter Jürgen Brückner bekundet: »Wenn sich zwei begegnen, die ein T-Shirt aus unserer Aktion vom Finsterwalder Familienhilfe-Verein tragen, weiß jeder vom anderen: Aha, das ist auch einer, der sich Gedanken macht. Bei dieser Sache gab es keine Flops.«

Fundierte Förderanträge

Ernsthaft wurde analysiert, diskutiert und zusammengefasst, was wichtig ist, in die Antragstellung für die nächsten Jahre einzubringen: Cordula Mittelstädt vom Kreisjugendring sprach sich ebenso wie Antje Keller, Jugendkoordinatorin aus Elsterwerda, dafür aus, das die Koordinierungsstelle unbedingt bestehen bleiben muss. Auch der Begleitausschuss in seiner »bunten« Besetzung habe gut gearbeitet. Jetzt komme es darauf an, weitere Mitglieder zu gewinnen. Mehrere Anwesende regten an, den Kreispräventionsrat noch stärker als Eckpfeiler in das Lokale Aktionsprogramm einzubinden. Antje Keller aus Elsterwerda findet es gut, wenn die Projekte im Kreistag vorgestellt würden.

»Wir in Elbe-Elster können jetzt sagen: Wir haben Vielfalt. Das Netzwerk funktioniert, hat Querverbindungen von einem Ort in den nächsten, übernächsten und so weiter«, freut sich Simone Szott aus Sonnewalde. Überall agierten Menschen für ein gewaltfreies und tolerantes Miteinander. Das Thema des nachfolgenden Bundesprogramms sehen die Akteure deshalb völlig passend: »Toleranz fördern - Kompetenz stärken«

Zum Thema:

Als einer von 66 Orten in der Bundesrepublik wurde der Landkreis Elbe-Elster im Jahr 2008 als »Ort der Vielfalt« ausgezeichnet. Am Lokalen Aktionsplan »Vielfalt tut gut. Jugend für Demokratie, Toleranz und Vielfalt« wird seit dem Jahr 2007 gearbeitet. »Ich bin froh und stolz, dass wir soweit gekommen sind, Dinge in Gang zu bringen, die nun die Chance haben, weiter zu funktionieren. Dass es weniger Förderung gibt, wird eine neue Herausforderung. Es sollte aber keine Bremse sein«, sagt Katrin Pecker, die von 2007 bis zum Vorjahr den Lokalen Aktionsplan koordiniert hatte.

Von Gabi Zahn

Quelle: http://www.lr-online.de/regionen/herzberg/Gelungene-Vielfalt-in-Elbe-Elster;art1056,3103775


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