Dresden 14.8.2010
Das "Elbflorenz", ist auch für das Elbkinderland historischer Boden, denn hier feierten wir vor
genau 10 Jahren das Finale der ersten "Elbtour gegen den Strom" und der Name "Elbkinderland" wurde
hier zum ersten Mal ausgesprochen. Wieder durften wir ein großes Publikum am Königsufer begrüßen.
Da wo durch den Sommer hindurch die Filmnächte locken, genossen viele hundert Familien bei
auflockerndem Himmel den Blick auf die Dresdner Altstadt und begrüßen mit herzlichem Applaus die
JUNGS aus Hamburg, Hlásek aus Litomerice den Kinder- und Jugendchor der Kirchengemeinde Mühlberg
und - für ein Heimspiel - die Dresdener Elbkinder und die Dölzschener Spatzen. Für die JUNGS war
es die erste große Reise nach der Chor-Gründung vor zwei Jahren, sie überraschten auch in Dresden
mit ihrer erfrischenden musikalischen Hamburger Brise. Beeindruckende Mehrstimmigkeiten und eine
ansteckende Fröhlichkeit gehören zu den besonderen Qualitäten von Hlásek. Bei einem 30-minütigen
Stromausfall in der Probe zeigte sich ihre Stärke durch das spontane Anstimmen von Mitmachliedern,
die schnell mit weiteren Ideen von den von den deutschen Elbkindern beantwortet wurden. Alle Chöre
begeisterten unser Kinder- Eltern und Großelternpublikum, das bei vielen vertrauten Liedern aus
voller Kehle mitsang. von den deutschen Elbkindern. Die Kinder aus Mühlberg werden uns nun am
kommenden Wochenende auch bei sich zu Hause (dann als Gastgeber von "Kvítek) besinnlich und
lebensfroh einstimmen. Nach dem Konzert ging es in einer langen Kinderkarawane ans Ufer gegenüber,
zum Anleger der Weißen Flotte. Der 80-jährige Schaufelraddampfer Leipzig fuhr eine immer wieder
singende Gemeinschaft an den Dresdner Elbschlössern vorbei bis zum "Blauen Wunder" und zurück.
Kann ein Elbkinderkonzert schöner ausklingen?
Ein Wochenende mit drei unvergesslichen Tourneehöhepunkten liegt nun hinter uns, die Elbtour geht
weiter. Wir freuen uns auf die romantischen Elbwiesenkonzerte in Mühlberg (21.8.), Elster (28.8)
und Coswig, Anhalt (29.8.). In allen drei Orten wird unter anderem "Rolfs Vogelhochzeit" aufgeführt.
Vor den Konzerten wird in Mühlberg und Elster das "Elbkinderlandspiel" aufgebaut, mit 12
Spielstationen, an denen die den Kinder ihren Fluss spielerisch erleben können. Auch dafür lohnt
sich der Besuch. Wir freuen uns auf Euch!
Mühlberg 22.8.2010
Ein traumhafter, sonniger Sommertag wurde uns am idyllischen Mühlberger Bootshafen geschenkt.
Der Hafenplatz mit seinen Schatten spendenden, 100-jährigen Eichen war die ideale Spielstätte für
ein Elbkinderkonzert, diesmal mit Besuch von einer bunten Vogelhochzeitsgesellschaft.
Aus der Grundschule Belgern waren die Vögel quer über die Elbe geflattert, um für uns in ihren zauberhaften
Kostümen zu singen und zu spielen. Für unsere tschechischen Freunde vom Chor Kvítek aus Podebrady
war dies ein ganz neuer Eindruck vom Elbkinderland. Mit einem bewundernden Lächeln beobachteten
sie die Vogelkinder auf der Bühne, während sich zur anderen Seite die lebendige Vogelwelt der
weiten Mühlberger Elbwiesen entfaltete. Kvítek verabschiedete sich nach fünf Konzerten mit
beeindruckender musikalischer Energie und zwei, gemeinsam mit Rolf gesungenen, deutsch-tschechischen
Duetten von der Elbtour 2010. Mit Viel Spaß taten sich, nach einer andächtigen musikalischen
Einstimmung, auch die Gastgeber vom Kinder- und Jugendchor Mühlberg mit ihren tschechischen
Besuchern auf der Bühne zusammen und sorgen mit "Nase vorn" für herzhafte Lacher bei Groß und
Klein. Der Chor des Werner-Heisenberg-Gymnasiums aus Riesa zeigte, dass unter seinem
naturwissenschaftlich geprägten Dach auch musikalische Projekte ihren Spielraum finden.
Die diesjährigen "Deichtage" (in dankbarer Erinnerung an die heil überstandene Jahrhundertflut 2002)
erlebten für die Mühlberger und viele Gäste aus nah und fern mit dem Elbkinderkonzert ihren
Höhepunkt. Das wurde besonders spürbar, als die Chorleiterin von Kvítek, Vera Fronkova, drei
junge Baumsprösslinge als Gruß aus Podebrady überreichte. Sie sollen dazu beitragen, die
schmerzhaften Lücken im alten Baumbestandt zu schließen, die der Tornado von Pfingsten in das
Ortsbild gerissen hat. Wir fühlen uns diesem beschaulichen Städtchen mit dem Kloster Marienstern
und seinen warmherzigen Gastgebern von der Kirchengemeinde nun noch enger verbunden.
Singende Elbkinder vereint
Mühlberg Prächtig war die Atmosphäre an der großen Bühne am Mühlberger Hafen am Samstagnachmittag.
Das Konzert zur diesjährigen „Elbkinderlandtour“ mit Rolf Zuckowski und vier Kinderchören gab auf
heitere Weise Denkanstöße, passend zum ernsten Motto des 8. Deichtages.
»Die Elbe ist von ihrer Quelle in Tschechien über den Mittellauf in Ostdeutschland bis zur Mündung
bei Cuxhaven ein wunderschönes blaues Band. Die Kinder entlang des Flusses sollen spüren, wie
wertvoll diese natürliche Verbindung ist«, nannte Ralf Zuckowski gegenüber der RUNDSCHAU ein
Anliegen seiner »Elbkinderlandtour«. Nachdem der Tornado zu Pfingsten die Stadt Mühlberg heimgesucht
hatte, sammelte Zuckowski damals bei seinen Konzerten an der Unterelbe Spendengelder für den
betroffenen Ort im Elbe-Elster-Land. »Damit hier in Mühlberg neue Bäume angepflanzt werden können«,
fügte der bekannte Hamburger Liedermacher beim kurzen Presseinterview in der Konzertpause
nachdenklich hinzu.
Unter der mehrdeutigen Überschrift »Sind wir noch zu retten?« hatten die katholische und die
evangelische Kirchengemeinde von Mühlberg zum 8. Deichtag ein anspruchsvolles und vielseitiges
Programm mit Vorträgen, einer Diskussionsrunde zum Katastrophenschutz sowie einer Bibelarbeit
zusammengestellt. Im Mittelpunkt des ganzen Wochenendes standen dabei der Klimawandel und seine
Folgen. »Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das
Gesicht der Welt verändern«, zitierte Kerstin Höpner-Miech, Pfarrerin in der evangelischen
Kirchengemeinde von Mühlberg, dazu leicht abgewandelt einen bekannten Spruch aus der Kirche.
Der schlimme Tornado vom Mai habe erneut bestätigt, dass der Mühlberger Deichtag an der Elbe
wichtiger denn je sei. »Auch bei uns ist der Klimawandel zu spüren. Jetzt kommt es darauf an,
mit vielen kleinen Dingen etwas gegen die globale Erwärmung und die Zerstörung der Erde zu
tun«, zählte Kerstin Höpner-Miech zwei simple Beispiele aus ihrer kirchlichen Alltagsarbeit
auf. Das Gemeinde- und das Pfarrhaus von Mühlberg werden mit nachwachsendem Holz beheizt, beim
Schriftverkehr kommt nur noch Recyclingpapier zum Einsatz.
Beim Tourneestopp der »Elbkinderlandtour« standen zusammen mit Ralf Zuckowski der Mühlberger
Kinderchor, ein Jugendchor aus dem tschechischen Podebrady sowie zwei sächsische Schulchöre aus
Riesa und Belgern auf der Bühne. Stefan Jänke, Leiter des Kinderchores bei der evangelischen
Gemeinde von Mühlberg, sah in dem musikalischen Miteinander auch einen guten Beitrag, um das
Verständnis für die Kultur der Nachbarn zu wecken. »Für meine 19 Chorkinder war schon die
Vorbereitung auf die Tour ein ganz tolles Erlebnis. Wir haben zum Beispiel vier Lieder in
tschechischer Sprache einstudiert, die wir heute auf der Bühne mitsingen konnten«, erzählte
Jänke nach dem Konzert.
Bericht von Oliver Sobe
Quelle: Elbe-Elster-Rundschau vom 23.08.2010
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